TMS - medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis

medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis
Mustertest

1)

 Gedächtnisformen

Man kann beim Menschen drei Formen des Gedächtnisses unterscheiden. Im primären Gedächtnis werden die Informationen nur für einige Sekunden gespeichert; dann müssen sie ins sekundäre Gedächtnis übernommen werden, oder sie werden vergessen. Im sekundären Gedächtnis verbleiben sie je nach Form der Information und Übung einige Minuten bis Jahre. Bei langzeitiger, häufiger Übung kann die Information in das tertiäre Gedächtnis übernommen werden. Hier ist die Verankerung so fest, daß es praktisch kein Vergessen gibt. Die dort gespeicherten Informationen sind sehr schnell abrufbar.

Wenn bei einem erwachsenen Patienten durch eine Krankheit der Übergang vom primären in das sekundäre Gedächtnis schwer gestört ist, welche der folgenden Aussagen trifft dann auf ihn zu?
A)Die im sekundären Gedächtnis gespeicherten Informationen sind nicht mehr abrufbar.
B)Nahe Verwandte können mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr erkannt werden.
C)In früher Kindheit erworbene Fertigkeiten, die später wiederholt angewandt wurden, können nicht mehr ausgeübt werden.
D)Der Erwerb neuer Fertigkeiten, z.B. das Erlernen einer neuen Sprache, ist nicht mehr möglich.
E)Das sofortige Nachsprechen von einzelnen Wörtern ist nicht mehr möglich.
( A )( B )( C )( D )( E )

2)

 Willkürliche Bewegungen

An der Vorbereitung und Ausführung willkürlicher Bewegungen sind verschiedene Teile des zentralen Nervensystems in bestimmter Reihenfolge beteiligt: Der Antrieb der Bewegung kommt von den Motivationsarealen der Hirnrinde. Die Assoziationshirnrinde entwickelt dann einen Plan, mit welcher Bewegung das gewünschte Ziel erreicht werden kann. Das Kleinhirn und tief gelegene Hirnkerne müssen nun ein Programm entwickeln, wie die verschiedenen Muskeln zu aktivieren sind, um z.B. die Hand aus der Position, in der sie sich gerade befindet, zu dem angestrebten Ziel zu bringen. Die motorische Hirnrinde entwickelt daraus das fertige Erregungsmuster, das nun zu den motorischen Nervenzellen des Rückenmarks geschickt wird, die schließlich die Information an die Muskeln weitergeben. In der motorischen Hirnrinde ist jede Körperregion in einem umschriebenen Gebiet repräsentiert.
Ein Patient kann nach einer Hirnverletzung das Bein trotz stärkster Anstrengung nicht mehr bewegen, während er die Hand weiterhin ungestört gebrauchen kann.

Welcher Hirnteil ist aller Wahrscheinlichkeit nach verletzt?
A)die Assoziationshirnrinde
B)das Kleinhirn
C)die motorische Hirnrinde
D)die Motivationsareale der Hirnrinde
E)tief gelegene Hirnkerne
( A )( B )( C )( D )( E )